#BEN: RETROPERSPEKTIVE

outfit_2010Eines meiner ersten Outfits im Jahre 2010.

Auch wenn ich der Älteste von uns bin, im Bereich Mode-Blog zähle ich wohl noch als der Grünschnabel unter uns. Aber vielleicht gerade deshalb sehe ich das ganze „Business“ auch nochmal etwas anders. Von mir daher eine etwas kritische Retrospektive.

Meinen ersten Webspace, den ich im Übrigen auch noch heute nutze, habe ich mir im Jahre 2007 erstmalig angemietet. Seitdem habe ich verschiedene Blogs und Webseiten auf die Beine gestellt und über unterschiedlichste Themen geschrieben. Sei es über Design, Architektur oder seit Anfang 2011 eben auch noch über Mode. – Es hat mir immer Freude bereitet, über Dinge zu schreiben, die mir selbst gefallen und die mich sowieso in meiner Freizeit beschäftigten. Damit andere Menschen unterhalten, begeistern oder inspirieren zu können, war für mich stets eine zusätzliche Motivation.

Aber ich habe es immer nur für mich getan, da ich viel Freude dabei hatte. Ich hätte auch nie geahnt, dass ich dadurch einmal so viele Leser gewinnen könnte oder so viele neue Leute kennen lernen würde. Aber wo auch Licht ist, ist auch Schatten. Ich musste auch die negativen Aspekte kennenlernen, die auch unter Modebloggern verbreitet sind.

Viele (nicht alle!) Menschen in diesem „Milieu“ sind einfach unsagbar oberflächlich. Sie sind stolz darauf, sich über ihre Fassade, die sie im Internet aufgebaut haben, profilieren zu können. Oft kann man unter wahrer Persönlichkeit und „Alter-Ego“ nicht mehr unterscheiden. Sie glauben selbst, sie würden mit ihrem Blog tatsächlich die Welt verändern. Ein ziemlich narzistischer Irrglaube in meinen Augen. Mein Problem damit rührt vermutlich durch meine sozial-politische Einstellung. Ich möchte in meinem Leben etwas schaffen und der Allgemeinheit/Gesellschaft dienlich sein, und dazu gehört eben nicht nur das Steuernzahlen, sondern mir eben nicht selbst der Nächste zu sein.

topman_opening_01Outfit aus dem Sommer 2013. Auch die Bilder wurden zunehmend professioneller.

Und gerade das sind Modeblogs eigentlich so gar nicht, gesellschaftlich dienlich. Sie haben selten einen echten Mehrwert oder schaffen es, etwas in dieser Welt zu bewegen. Natürlich sind Blogs interessant anzusehen und schaffen es im besten Fall auch zu inspirieren, aber ist Bloggen etwas, was man sein ganzes Leben lang machen möchte? Ist es erstrebenswert? Löst man dadurch ernste Probleme?

Nach meinen Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren sammeln durfte, hat das Bloggen viele angenehme und positive Seiten. Aber es ist auch etwas, worauf ich mich nicht ausruhen möchte. Ich möchte mehr in meinem Leben machen, als nur ein öffentliches Tagebuch zu führen. Ich möchte in die Welt hinaus, um diese zu verändern, auch ohne Goodie-Bags oder Cupcakes!

4 Comments

  1. Carsten

    Mit Sinn und Verstand!
    Gut geschriebener Text mit Inhalt, nicht schlecht.
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  2. saucy

    Wahre Worte und dazu schön geschrieben! Macht dich gleich nochmal sympatischer :)

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  3. Sven

    Bei mir hat es wie den meisten von euch angefagen, erst Myspace,dann schülerVZ, Lookbook, Facebook und irgendwann diverse Blogprojekte! Ich finde die Retroperspektive unglaublich toll und erkenne mich in einigen Punkten wieder! Hat mir viel Spaß gemacht, diese Woche zu verfolgen!!

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  4. Therin

    …in einem Modeblog über einen tieferen Sinn des Lebens zu philosophieren ist Oberflächlichkeit schlechthin…

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