Talfahrt statt Gipfelstürmer

Ich habe eigentlich einen sehr simplen Stil. Ich mag es klassisch, mit einem modernen Twist. Ich liebe schöne Schnitte, tolle Stoffe und kleine Details, die das Outfit unbewusst aufwerten. Viele Farben, große Muster und auffällige Prints sind eigentlich nichts für mich. Doch alle 6 Monate, so zwischen den Saisons überkommt mich die Lust auf was Neues. Alles was im Schrank hängt kommt einem „Schon so oft gesehen“ vor und tragen möchte ich es dann irgendwie nicht.

Also inspiriere ich mich in dieser Zeit neu. Schaue auf Tumblr, anderen Blogs und auf Style.com mal so rum, was die anderen so für den Sommer geschaffen haben. Irgendwas gefällt mir dann immer. Weil es neu ist, na klar. Meine bisherigen Farbkonzepte werfe ich dann über Bord, denke mir neue Looks aus und nehme mir auch vor diese dann durchzuziehen.

So geschehen auch vor 2 Jahren. Kurz bevor ich zusammen mit Dustin und Josie nach Paris gefahren bin gab es da dieses eine Stück bei H&M Trend. Das Lookbook hatte mich damals mit diesem Look extrem gefesselt. Beinahe täglich wartete ich auf die Nachricht von Freunden in Berlin, dass sie das gute Stück endlich gesichtet haben. Zwei Tage vorm Urlaub kam es dann an und wurde natürlich automatisch mit in den Koffer geworfen.

Das Schicksal war mir damals holt. Die Sonne schien, wir entspannten bei 30°C im April im Park und genossen den Fast-Sommer in vollen Zügen. Am dritten Tag musste ich dann natürlich meinen total genialen Neukauf anziehen, den ich zu Hause gar nicht anprobiert hatte. Ich schmiss mich also in den Khaki Overall, setze eine passende Sonnenbrille zu auf, dazu noch ein paar Römersandelen um den Safri-Großstadt-Look abzurunden. Am Morgen fühlte ich mich in dem Look fantastisch. Im Laufe des Tages sank jedoch mein Wohlbefinden in dem Outfit drastisch.

Paris-Outfit-Overall

Das Hosenbein war mir einfach viel zu weit. Das dicke Gummibündchen an der Hüfte zauberte zwar eine schöne Taille, jedoch brauch ich die als Mann nicht wirklich. Obenrum wurde der Overall mehr zu einem Khaki-farbendem-Sack, den ich am liebsten sofort ausgezogen hätte. Als wir dann noch zu The Kooples gingen, einem meiner Lieblingslabels aus Paris, stieg mein Gefühl das absolut falsche angezogen zu haben. Bei The Kooples arbeiten die Herren in eng geschnittenen schwarzen Hosen, Stiefeln oder Loafer, tragen dazu gut geschnittene Hemden aus weißer Wolle oder Denim und sehen einfach fantastisch aus. Und dann schaute ich in den Spiegel und erkannte mich einfach nicht in dem Look wieder. Also kaufte ich bei The Kooples ein, sodass sie mich nicht für einen verdammt schlechten Touristen hielten.

Seitdem hängt der Overall von H&M im Kleiderschrank. Da wird er auch hängen bleiben. Die The Kooples Teile trag ich übrigens immer noch. Schuster, bleib bei deinen Leisten!

H&M-Lookbook-Menswear-2011

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